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03.08.2016
Alter: 1 Jahre
Kategorie: öffentlich

Deutsche Segelflug-Meisterschaft der Junioren


Startaufstellung der Standardklasse / Foto: Stefan Langer

Zu sechst auf dem Acker

Die besten Nachwuchspiloten haben sich auf dem Segelfluggelände in Marpingen (Saarland) eingefunden und kämpfen dort um den Titel des Deutschen Meisters. Wir freuen uns, dass dieses Jahr auch ein Weißenhorner Segelflieger unter den 70 qualifizierten Teilnehmern ist.
Clemens Riggenmann vertritt die Luftsportgruppe in der Standardklasse, Christoph Kurz unterstützt ihn als Helfer und Rückholer.

Wir wünschen ihnen viel Erfolg und gutes Flugwetter!

 

Links zum Wettbewerb:

Wertung

Homepage des Ausrichters mit Ticker

 

Hier Clemens' Bericht zum 1.Wertungstag:

Nach Trainingsflügen am Wochenende bei starkem Wind und zeitweise sehr dichter Bewölkung, versprach der erste Wertungstag am Montag sehr gute Bedingungen. Entsprechend groß war die Aufgabe, die der Sportleiter beim Briefing am Morgen ausgab. 467 Kilometer sollte die Strecke über Wendepunkte bei Wertheim und Schwäbisch Hall zurück nach Marpingen führen.

Um halb zwölf begannen die Schlepps und eine dreiviertelstunde später hob ich im Discus 2b, aufballastiert mit 150 Litern Wasser, als letzter der Standardklasse ab.

Die Thermik im Bereich der Startlinie war aber noch nicht gut entwickelt, so dass viele Piloten kämpfen mussten um oben zu bleiben und auch ich beinahe eine Stunde brauchte, bis ich die Abflughöhe von 1400 Metern erreicht hatte und mich auf den 173 Kilometer langen Weg zum ersten Wendepunkt machen konnte.

Dieser erste Schenkel lief für mich sehr gut, ich konnte einige Konkurrenten einholen, die vor mir abgeflogen waren. Bis auf eine Stelle beim Einstieg in den Odenwald, wo ich tief ankam und etwas länger nach dem richtigen Aufwind suchen musste, konnte ich zuverlässig in Bärten mit durchschnittlich 2,5 Metern pro Sekunde steigen und eine Schnittgeschwindigkeit von 105 km/h erreichen.

Auch nach der Wende standen schöne Cumulus-Wolken mit einer Basis in 2000 Meter und ich konnte den Weg nach Süden auch sehr schnell zurücklegen. Aber der Blick in den Westen zeigte, dass der Rückflug ins Saarland nicht so einfach sein würde. Eine Abschirmung sorgte für nachlassende Thermik.

In kleinen Gruppen kämpften wir uns gegen den Wind vor und fanden über dem Kraftwerk Neckarwestheim noch gutes Steigen. Der direkte Weg über den Pfälzer Wald erschien uns zu unsicher, deshalb wichen wir Richtung Mannheim aus, wo uns beim Hockenheimring ein großer Schwarm Störche begleitete.

Das Rheintal konnte ich noch überqueren, aber ich fand lediglich einen schwachen Aufwind. Als ich noch zwei Flugzeuge kreisen sah, versuchte ich in niedriger Höhe unter ihnen in den Bart einzusteigen, fand aber keinen Anschluss mehr. Deshalb endete mein Flug um zehn nach sechs auf einem Acker, 58 Kilometer von Marpingen entfernt. In den folgenden eineinhalb Stunden landeten noch fünf andere Teilnehmer auf meinem Acker. Die Wartezeit auf unsere Rückholer war deshalb ganz unterhaltsam.

Nachdem wir die Flugzeuge gemeinsam abgebaut hatten, fuhren wir in einer Kolonne zurück und erreichten um halb zwölf endlich den Marpinger Flugplatz.